Altersmischung:

Im Zusammenleben von Kindern mit unterschiedlichen Lebensaltern und Entwicklungsstadien geben Kinder sich untereinander viele Anregungen sowohl hinsichtlich der Orientierung der Kleinen an das höhere Wissen und Können der Großen, aber auch hinsichtlich der Anforderungen an die soziale Kompetenz der Kinder.

Die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder wird auch dadurch gestärkt, dass sie ihre eigenen Entwicklungsschritte am sichtbaren Beispiel der jüngeren und der älteren Kinder nachvollziehen können.

Beispiel: „Jetzt kann ich die Schaukel schon ganz alleine in Schwung bringen. Früher musste Frau S. mich anschieben, so wie sie es jetzt bei Kevin tut. Aber ich traue mich noch nicht, so hoch auf den Baum hinauf zu klettern wie Anna.“

Die pädagogische Arbeit

Für ihre gute Entwicklung brauchen sehr junge Kinder in verstärktem Maße vertraute Bezugs- und Bindungspersonen. Ihren Dialog mit der Welt führen die Kinder um so intensiver, je mehr sie auf einen verlässlichen Hafen vertrauen können. Ist die Möglichkeit zur Bindung an einen erwachsenen Menschen nicht gegeben, verzögern sich Entwicklungsschritte und die Bereitschaft der Kinder sich Lernherausforderungen zuzuwenden. Das bedeutet nicht, dass Unter-Dreijährige im Schonraum ihrer Stammgruppe verbleiben müssen. Entsprechend ihren individuellen Entwicklungsständen, ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Lust am Entdecken „erobern“ sie die gesamte Einrichtung und beteiligen sich auch an Tätigkeiten.

Kleinkinder planen ihre Tätigkeiten nicht. Sie lassen sich spontan von Materialien, räumlichen Bedingungen, Menschen und Tieren, die sie sehen inspirieren und beschäftigen sich mit ihnen. Das tun sie in den ersten Lebensjahren zu Beginn häufig parallel zu anderen Kindern und kommen erst nach und nach im Rahmen ihrer wachsenden Vertrautheit mit Kindern und Räumen zu einem gemeinsamen, aufeinander bezogenen, (Rollen-) Spiel.

Sie brauchen nur wenig vorgefertigtes Spielzeug (z.B. Kuscheltiere, Wagen mit Rollen/Rädern, Bälle, einfache Bilderbücher, Farben) aber ein gutes Angebot an kostenlosem Material, dass geräumt, gestapelt, sortiert, versteckt und wiedergefunden werden kann (z.B. Becher, Korken, , Schachteln, Dosen, Kartons). Sie brauchen Decken, Kissen, Tücher und Spiegel und sie benötigen Gegenstände und Materialien, die Geräusche machen und denen die Kinder Töne entlocken können.

Kinder machen ihre Lernerfahrungen im konkreten Erleben, über die Bewegung, mit allen Sinnen, durch Versuch, Irrtum und Erfolg, durch unzählige Wiederholungen und durch die Aufnahme neuer Elemente in die (scheinbaren) Wiederholungen. Das gilt für Kleinkinder in besonderer Weise. Räume, die die Lust der Kinder dazu anregen sollen neue Erfahrungen zu machen, müssen diese Lernvoraussetzungen bieten.

Raumgestaltung

Vor allem in Gruppenräumen, in denen auch Kinder im Alter unter drei Jahren aufgenommen werden, sollten möglichst wenig Tische und Stühle vorhanden sein, damit die Kinder auf dem Fußboden spielen können. Die Kinder brauchen große Bewegungsflächen auf dem Boden. Diese Flächen sollten teilweise gestaltet sein durch Podeste, große Schaumgummibauteile, durch die die Kinder anregt werden hinaufzusteigen, darunter zu kriechen, sich dahinter oder darin zu verstecken, höher oder niedriger als andere zu stehen, und somit ihre Perspektiven zu verändern.

Durch unsere vielen Räume haben die Kinder die Möglichkeit sich in kleinen Gruppen zurückzuziehen. Es gibt ausreichend Platz für vielfältige Aktivitäten. Unsere Ausstattung der Räume orientiert sich an den altersspezifischen und individuellen Bedürfnissen der Kinder. Die Raumgestaltung ermöglicht den Kindern ein vielseitiges Gruppenleben zu erleben. Wir bieten Orte zum Rückzug, zur Ruhe und zur Entspannung. Der gesamte Innenbereich strahlt eine freundliche und wohnliche Atmosphäre aus, in der sich die Kinder geborgen und wohl fühlen können.

Die Handlungs- und Erfahrungsspielräume in unserer Einrichtung sehen folgendermaßen aus:

  • Verschiedene Baueckenbereiche
  • ein Bastelbereich
  • ein Kuschelbereich mit Leseecke
  • der Kuschel- und Schlafraum
  • eine Puppenecke
  • Frühstücksraum
  • sowie Bereich zum Spiel mit Alltags- und Naturmaterialien

Trotz der unterschiedlichen Spielräume haben die Kinder die Möglichkeit, Räume oder Spielecken entsprechend ihre Spielbedürfnisse zu verändern. Nahezu alle Räume sind den Kindern frei zugänglich. Durch zufällige oder gezielte Erkundung der Räume erfährt das Kind z.B. in der Küche, in der einige Kinder kochen eine Alltagssituation. In einem Raum haben die Kinder auch die Möglichkeit zum Schlafen oder zum Ruhen.

Bei der Gestaltung der Räume werden die Kinder aktiv mit einbezogen. So entsteht eine harmonische Umgebung für die Kinder. Alters- und Entwicklungsangemessene Spielmaterialien stehen den Kindern in allen Räumen zur Verfügung. Neben dem freien Spiel haben die Kinder die Möglichkeit an verschiedenen Angeboten teilzunehmen. Sie gehen z.B. an die frische Luft, turnen, spielen Tischspiele, betrachten Bücher oder feiern Geburtstage.

Ruhe-/Schlafmöglichkeiten

Je jünger die Kinder sind, um so öfter brauchen sie im Tagesrhythmus Ruhemöglichkeiten. Ein ungestörter Schlaf muss den Kleinkindern jederzeit möglich sein. Alle Kinder, die regelmäßig in der Kindertagesstätte schlafen, müssen eigenes Bettzeug haben. Kleinkinder brauchen auch ihr vertrautes Bett und ihre Kuschelsachen. Es ist wichtig, das die Mitarbeiter/innen die Schlafrituale der Kinder kennt, die die Kinder von zu Hause gewöhnt sind.

Hygiene

Kinder unter drei Jahren müssen in der Regel alle noch gewickelt werden. Die Windeln müssen in der Häufigkeit gewechselt werden, wie das Kind sie beschmutzt. Dafür muss es einen Wickelbereich geben, der so geschützt eingerichtet wird, dass der Intimbereich des Kindes gewahrt bleibt und die vertrauliche Situation während des Pflegevorganges nicht gestört wird.

Ausreichende Wechselwäsche und Kleidung zum wechseln muss für jedes Kind vorhanden sein.